Chemische Industrie

Die chemische Industrie ist heutzutage ein wichtiger Wirtschaftszweig, der um das Jahr 1850 begann sich von anderen Industrien zu lösen und eigenständig wurde. Anfangs wurde beispielsweise Schwefelsäure, Soda oder Chlorkalk, ab den 50er Jahren des 19. Jhdt. wurden jedoch auch Teer, Farbstoffe oder synthetische Düngemittel hergestellt, was den Beginn der organischen Chemieindustrie einläutete. 1866 wurde in Deutschland BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik), 1881 Bayer gegründet. Diese beiden Firmen sind heute im Deutschen Aktienindex DAX gelistet.

Die chemische Industrie beschäftigt sich vorwiegend mit der Herstellung synthetischer Stoffe und der Umwandlung natürlicher Rohstoffe. Wenn ein Betrieb in Deutschland anorganische oder organische Chemikalien herstellt, so fällt dieser unter die chemische Industrie. Des Weiteren zählen die Herstellung von Düngemitteln, Kunststoffen, synthetischem Kautschuk, pharmazeutischen Erzeugnissen und sonstiger chemischer Stoffe (Farbstoffe, Textilien, Papier, etc.) zu diesem Wirtschaftszweig.

Die Chemieindustrie verzeichnete in den letzten Jahrzehnten ein großes Wachstum. So stieg der Umsatz von 87,6 Milliarden Euro im Jahre 1992 auf 129,6 Milliarden Euro im Jahr 2006 und erwirtschaftete somit etwa 10 Prozent des BIP. Die meisten Deutschen Chemieprodukte werden exportiert, weshalb Deutschland auch der Exportweltmeister im Chemiebereich ist. Derzeit arbeiten gut 400.000 Menschen in der Chemieindustrie.

Die chemische Industrie zeichnet sich durch den hohen Automationsgrad aus, weshalb auch vergleichsweise wenig Personal benötigt wird. Der Wert der verarbeiteten Stoffe erhöht sich durch die Produktion meist erheblich und es kann eine sehr große Anzahl an Endprodukten erzeugt werden. Diesen Vorteilen stehen jedoch die hohen Kosten für Forschung und für die Verfahrenstechnik gegenüber. Durch diese hohen Investitionen erzielt die Chemieindustrie einen vergleichbaren Umsatz wie andere Wirtschaftszweige.

Der deutsche Konzern BASF war im Jahre 2007 der mit Abstand größte Chemiekonzern der Welt. Rang vier nahm Bayer ein.