Organische Chemie
Die organische Chemie ist die Chemie der Kohlen-Wasserstoffe und deren Derivate (Ableitungen). Sie bestehen immer aus Kohlenstoffen und Wasserstoffatomen, welche jedoch auch durch andere Atome wie Sauerstoff oder Stickstoff substituiert (ersetzt) werden.
Die meisten organischen Stoffe lassen sich in der Tier- und Pflanzenwelt wiederfinden, weshalb die Organik auch als Chemie der lebenden Stoffe bezeichnet wird.
Früher dachten die Chemiker, dass es nicht möglich sei organische Stoffe im Labor herzustellen. Noch im 18. Jhdt. nahm man an, dass nur anorganische Verbindungen im Labor erzeugt werden können, eine geheimnisvolle Kraft namens „vis vitalis“, welche lediglich in Lebewesen vorkam, wurde demnach zur Erzeugung organischer Verbindungen benötigt. Mit der Herstellung von Harnstoff durch Friedrich Wöhler 1828 jedoch gelang es, einen organischen Stoff künstlich herzustellen.
Die wichtigsten Grundbausteine unseres Körpers sind organische Verbindungen. Die Fette, die Proteine (Eiweiße), die Kohlenhydrate und auch die DANN setzen sich aus Verbindungen der Organik zusammen. Daher überschneiden sich auch viele Teile der Biochemie mit der organischen Chemie.
Es gibt viele verschiedene Moleküle in der Organik. Die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehenden Moleküle sind die Alkane, Alkene und Alkine. Die sauerstoffhaltigen Verbindungen wie Alkohole, welche berauschend wirken können, jedoch auch als Kühlmittel (Glycerin) eingesetzt werden. Durch die Oxidation von Alkoholen kann man andere Stoffe wie die Aldehyde und Ketone erzeugen, welche unter Anderem als Lösungsmittel eingesetzt werden. So ist der klassische Klebergeruch oder auch der Geruch von Nagellackentferner meist auf das Keton Aceton zurückzuführen. Andere Sauerstoffhaltige Verbindungen wie Ether, Carbonsäuren, aus welchen auch viele Fettsäuren bestehen, und Ester, welche oftmals als Duftmittel verwendet werden können, sind wichtige Stoffe.
Die Stickstoffhaltigen Verbindungen wie Amine, Amide, Nitroverbindungen und Nitrile sind teils die Grundbausteine für die Eiweiße. Durch Nitroverbindungen wird zum Beispiel Trinitrotoluol, besser bekannt als TNT, ein hochexplosiver Sprengstoff, erzeugt. Toluol ist hierbei eine aromatische Verbindung. Diese sind auch besser bekannt als Benzole und stellen eine Besonderheit dar, da sie ringförmig angeordnet sind und eine delokalisierte Elektronenwolke haben, welche sich durch örtlich nicht bestimmbare Elektronen auszeichnen.
Des Weiteren gibt es noch die schwefelhaltigen Verbindungen wie Sulfide, Sulfoxide und vielen mehr. Auch einige Phosphorverbindungen können aufgebaut werden. Diese nennen sich dann Phosphate oder Phosphine.