Technische Chemie
In der technischen Industrie geht es um die Überführung der Erkenntnisse aus der Chemie in technische Prozesse und Verfahren. So können bestehende Prozesse ökonomisch und ökologisch optimiert werden. Wichtige Beispiele hierfür sind verschiedene Katalysatoren, wie beispielsweise Platin bei der Veredelung von Benzin zu Super-Benzin oder der Katalysator in Autos, wodurch weniger Schadstoffe ausgestoßen werden.
Da sich kleine chemische Reaktionen nur schwer auf eine großindustrielle Produktion übertragen lassen, erforscht die technische Industrie diese Prozesse unter Betrachtung der Kostenminimierung und des Produktionsmaximum. Hierbei spielt die Mathematik eine große Rolle, da vor einer Reaktion zuerst deren voraussichtlicher Ausgang berechnet wird. Zu Beginn werden somit die Edukte (Ausgangsstoffe) vorbereitet, der zweite Schritt stellt die eigentliche Reaktion dar. Am Ende wird dann das Reaktionsgemisch noch aufbereitet. Während die chemische Verfahrenstechnik sich mit Vorbereitung und Aufbereitung beschäftigt, beschäftigt sich die chemische Reaktionstechnik mit der Reaktion.
Im Zuge der Entwicklung der chemischen Industrie Mitte des 19. Jhdt. bildete sich auch die technische Industrie, da diese zur großindustriellen Produktion notwendig wurde. Viele Chemiekonzerne entwickelten sich und steckten auch sehr viel Geld in die Optimierung der Verfahrens- und Reaktionstechnik. Eine der wichtigsten Errungenschaften stellt die Erfindung der großindustriellen Herstellung von Ammoniak, einer wichtigsten Ausgangsstoffe in der Chemie, durch das Haber-Bosch-Verfahren. Eine weitere wichtige Erfindung war die Entwicklung des Niederdruckverfahrens zur Polyethylenherstellung (auch Polyethen, kurz: PE) Karl Ziegler, einer der wichtigsten Kunststoffe (Verwendung: Folien, Flaschen, Isolierstoffe, etc.) der Neuzeit.